Fastenzeit: 40 Tage warten / verzichten / ausrichten / geben

Gedanken und Anregungen zur Fastenzeit

WARTEN

...fällt uns schwer. Warum auch? Ist doch ohnehin alles sofort verfügbar. Neue Musik, Filme? Streamen wir. Lust auf Kontakt? What'sApp und das Handy machen es möglich. Neue Technik oder Klamotten? Bekomm ich zwar nicht ganz gleich, aber schon am nächsten Tag mit dem freundlichen Paketboten. Warten dagegen ist lästig, langweilig und passt vielleicht zur Eisenbahn, aber sicherlich nicht mehr in unser Weltbild. Und gleich 40 Tage warten erst recht...

Andererseits... ist Warten auch etwas Schönes. Vorfreude auf ein Geschenk oder den nächsten Urlaub. Das Tagezählen, Ausmalen oder Schwärmen. Wenn ich auf etwas warten darf, freue ich mich doppelt. Davor, dass ich es haben bzw. erleben werde und später nochmals, wenn es dann endlich passiert. Und wie könnten wir nur die ganzen Feste, Feiern und schönen Stunden wirklich als solche wahrnehmen, wenn es nicht andererseits auch Phasen des Wartens für uns gibt.

Jetzt in der Fastenzeit warten wir auf Ostern. Wir warten auf Erlösung, Hoffnung und Freude. 

Und wie lebe ich das konkret?
Jeden Tag bewusst 5 Minuten verstreichen lassen... Nichts tun, nichts reden, möglichst auch nichts denken. Einfach sein.

 

 

VERZICHTEN

...fällt uns schwer. Warum auch? Wir haben alles, was wir zum Leben brauchen, auch wenn wir ab und an der Meinung sind, noch etwas anderes unbedingt brauchen zu müssen. Doch wie läuft das eigentlich? Esse ich, weil ich Hunger habe oder weil jetzt gerade Zeit oder gar Langeweile ist? Bin ich am Handy oder Tablet, weil ich etwas bestimmtes tun will oder einfach nur zum Zeitvertreib? Lass ich mich berieseln oder steckt ein ganz konkreter Wunsch hinter meinem Fernsehprogramm? 

Natürlich ist an der ein oder anderen Berieselung, dem schönen Abendessen oder auch am Handy grundsätzlich nichts auszusetzen. Wir dürfen und sollen genießen, das gehört zum Leben dazu! Verzicht bedeutet nicht, diese Dinge aus meinem Leben zu sperren. Es bedeutet die Rangfolge meines Lebens zu prüfen. Bin ich noch der Herr über meinen Appetit oder der Appetit schon über mich? Ist der Fernseher mein Hilfsmittel oder bin ich seins? 

Und: Verzicht bedeutet etwas neu schätzen zu lernen. Vermisse ich eingeschliffene Verhaltensweisen oder Dinge überhaupt? Brauche ich sie? Und kann ich mich ganz neu darüber freuen, dass sie da sind, wenn ich erst merke, wie sehr ich manche Dinge vermisst habe?

Jetzt in der Fastenzeit verzichten wir für Ostern. Wir verzichten für Erlösung, Hoffnung und Freude.

Und wie lebe ich das konkret?
Sich etwas suchen, das ich täglich oder regelmäßig tue und an dem ich Freude habe. Dann bis Ostern darauf verzichten oder zumindest reduzieren.

 

 

AUSRICHTEN

...fällt uns schwer. Warum auch? Mein Tagesablauf steht grob fest, der Lebensplan hat sich quasi mit dem Leben von allein geschrieben. Ich weiß, wann ich was wie machen soll, weil ich es eigentlich immer schon ungefähr so gemacht habe. Zwar ist nicht alles davon gut, aber ich kann damit leben... Mein Leben ist eigentlich ganz in Ordnung, ganz ok.

Durch das Warten und Verzichten haben wir nun Zeit... Zeit uns zu fragen, ob wir noch richtig stehen. Ob unser Kompass und unsere Lebensroute noch zueinander passen. Das fällt schwer und ist keine leichte Aufgabe. Auch hier gibt es einen inneren Schweinehund, der sich mit dem Status Quo schon lange arrangiert hat. Der uns sagt, dass wir ohnehin gegen Schicksalsschläge und das Leben nichts ausrichten können.

Aber es geht! Vielleicht nicht die 180°-Wende, aber doch die ein oder andere Kurskorrektur in Bereichen, in denen ich innerlich schon lange unzufrieden bin. In Bereichen meines Lebens, in denen mein innerer, gottgegebener Kompass mir schon länger sagt, dass etwas im Argen liegt. Wo ich mich nicht wohl fühle.

Jetzt in der Fastenzeit richten wir uns für Ostern neu aus. Wir richten uns aus für Erlösung, Hoffnung und Freude.

Und wie lebe ich das konkret?
Für sich in einer ruhigen Minute erkennen, wo etwas schief läuft. Und versuchen in kleinen oder großen Schritten einen Weg in die richtige Richtung zu machen.

 

 

GEBEN

...fällt uns schwer. Warum auch? Eigentlich habe ich selber genügend Probleme an der Backe. Ich bin schon froh, wenn ich mich und mein Umfeld einigermaßen am Laufen halten kann. Außerdem gebe ich doch schon so viel.

Geben ist anstrengend. Selten reicht einmal dafür aus. Wenn ich mich ehrenamtlich engagiere, muss ich das meist länger machen. Wenn ich etwas spende, bekomme ich danach neue Bittbriefe und -anrufe. Verbringe ich Zeit mit anderen, so pendelt sich oft ein bestimmter Turnus dabei ein.

Dabei ist das Geben das Anerkenntnis dafür, nicht allein auf der Welt zu sein. Das Versprechen, dass nicht nur ich da bin und auch du es nicht schlecht haben sollst. Es ist eine Bestätigung, dass wir alle Teil dieser Welt sind und jeder Phasen des Gebens und des Nehmens haben wird.

Jetzt in der Fastenzeit geben wir für Ostern. Wir geben für Erlösung, Hoffnung und Freude.

Und wie lebe ich das konkret?
Sich Zeit für andere nehmen. Einem anderen Menschen zuhören. Gott seine Zeit schenken. Etwas spenden

 

 


Weitere Informationen

Vielleicht konnten wir Sie inspirieren? Das würde uns freuen! Weitergehende Informationen zur Fastenzeit an sich finden Sie auf den Seiten von katholisch.de. Darüberhinaus informiert Sie das Hilfswerk Missereor hier zu seiner diesjährigen Fastenaktion "Mach was draus: Sei Zukunft!".

Termine

Die Pfarreiengemeinschaft Höchstädt bietet darüberhinaus in der Fastenzeit eine Vielzahl von besonderen Veranstaltungen und Gottesdiensten an, zu denen Sie jederzeit herzlich willkommen sind:

  • 13. März - Bibelabend Höchstädt
  • 14. März - Frauenbesinnungstag
  • 20. März - Bibelabend Oberglauheim
  • 27. März - Bibelabend Schwennenbach
  • 03. April - Bibelabend Deisenhofen
  • 07. April - Fastenessen
  • 10. April - Bibelabend Sonderheim
  • 17. April - Bibelabend Höchstädt

 

 

Demnächst...

Do, 28. Mär. - 14:00 Uhr
Seniorennachmittag
Sa, 30. Mär. - 00:00 Uhr
Kleidersammlung der Kolpingfamilie
Fr, 05. Apr. - 07:30 Uhr
Darf's ein bisschen mehr sein? - Morgenlob in der Fastenzeit
Sa, 06. Apr. - 00:00 Uhr
Jahreshauptversammlung Kolping
So, 07. Apr. - 11:00 Uhr
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